Vorratskammer
Asturische Kalbfleisch

Einer der größten Reichtümer des gastronomischen Asturien ist die Vorratskammer, die Ackerland und Meer bilden, neben den schmackhaften und gesunden Erzeugnissen, die nach Hausmacherart auf der Grundlage autochthoner Rassen hergestellt werden, deren Vielfalt und Reinheit die regionale Landkarte zu einem Mosaik aus ursprünglichen und traditionellen Beiträgen machen, die die Küche und Speisen bereichern. Asturien ist Gemüseland mit der Saubohne als Königin, ist aber auch Meer mit Fischen und Meeresfrüchten und einzigartigen Gerichten und Eintöpfen und es ist auch Schlachten - von Schweinen und Freilandhühnern - und Schlachtung in Asturien ist gleichbedeutend mit gesunder ökologischer Kost. Es gibt fürwahr nur wenige derartige Bräuche, die so ergiebig für die Küche, gastronomische Feste und eine das ganze Jahr hindurch gefüllte Speisekammer sind…

Fabada
Aus dem Boden

Zu den zahlreichen gastronomischen Köstlichkeiten, die der Boden in Asturien hervorbringt, zählt die Saubohne, die wahre Königin im asturischen Gemüseland, ein autochthones Erzeugnis, das die Hauptzutat für das bekannnteste asturische Eintopfgericht ist: die Fabada. Die asturische Saubohne ist seit mehr als zwanzig Jahren durch eine geschützte geografische Angabe (g.g.A.) geschützt, die ihren Ursprung und ihre Qualität gewährleistet. Saubohnen passen zu Allem: Meeresfrüchten, Wild, usw. In ganz Asturien wachsen ausgezeichnete Saubohnen, einen besonderen Ruf genießen jedoch die Bohnen, die in den Auen von Nalón und Narcea in der Umgebung von Pravia und Grado angebaut werden. Auf diesem fruchtbaren Boden wachsen zudem ausgezeichnete Tomaten, Kartoffeln, Zwiebeln, Kohl, Kürbis, Zucchini oder die hervorragenden Erdbeeren von Candamo… Auch die Obstbäume bringen ertragreiche Ernten an Äpfeln, Kiwis, Haselnüssen oder Esskastanien.

Aus Meer, Flüssen und Rías

Asturien hat eine mehr als dreihundert Kilometer lange Küste, die Balkon und Schaufenster zum Meer und dessen Delikatessen sind. Fische und Meeresfrüchte aus dieser Region haben aufgrund  ihrer außergewöhnlichen Qualität und einiger Besonderheiten, die von den Fanggeräten bis zur Art der Zubereitung oder den Verzehrgewohnheiten reichen, einen wohlverdienten Ruf: Bonitos werden weiterhin mit Angelruten gefangen, die begehrtesten Seehechte mit hakenbestückten Angelleinen und nicht mit Treibnetzen gefischt, die schmackhaftesten Tintenfische werden ebenfalls geangelt, Seeigel werden roh oder nur kurz abgekocht gegessen und eine der größten Leidenschaften der Asturier besteht darin, eine Samtkrabbe oder eine Tapa Strandschnecken zusammen mit einer Flasche Apfelwein zu verzehren.

Ein schäumendes kaltes Meer mit nahrreichem Plankton und bewegte Meeresgründe, die "körperliche" Anstrengung der Krustentiere bei der Nahrungssuche erfordern: das Ergebnis sind Seespinnen aus dem Kantabrischen Meer, die eine einzigartige Textur und Geschmack aufweisen, was auch auf Langusten, Hummer und die ebenfalls einmaligen Felsenfische wie den Roten Drachenkopf und die Streifenbarbe zutrifft. Auf den Felsen wachsen auch andere kulinarische Gaumenfreuden wie Napfschnecken und Entenmuscheln.

Die asturischen Ästuarien - Eo, Navia, San Esteban de Pravia und Villaviciosa - sind ein natürliches Rückzugsgebiet für alle Arten, die einen gemischten Lebensraum aus Süß- und Salzwasser benötigen. In der Ría del Eo gibt es die hochgeschätzten Austern, in der Ría del Nalón die Glasaale, die in San Juan de la Arena und San Esteban de Pravia gefangen werden, und in der Ría de Villaviciosa die Venus- und Schwertmuscheln. Flussaufwärts tummeln sich Lachse, Meerforellen, Forellen und Aale… Die Flusswelt ist einzigartig und von außerordentlicher ökologischer Qualität.

Hausgemachtes (Fleisch, Wurst, autochthone Rassen, Honig)

Asturisches Fleisch hat einen anerkannten Ruf und Qualität. Asturisches Kalbfleisch wird mit geschützter geografischer Angabe (g.g.A.) vermarktet und enttäuscht nie. Die autochthonen Rinderrassen wie Asturiana de los Valles oder Asturiana de la Montaña haben ein erlesenes Erbgut, das auf zwei Geheimnissen beruht:  der reinen Luft, die sie atmen und ihrem Lebensraum, in dem sie auf sehr nahrhaften und natürlichen Weiden grasen. Dieses gesunde Leben kommt an den Kochherden und auf den Esstischen in zahlreichen Rezepten und Zubereitungen zum Ausdruck, in denen auch autochthone Rassen in Freilandhaltung wie das asturkeltische Schwein, das asturische Haushuhn oder die asturische Schafsrasse "Oveja xalda" eine Rolle spielen.

Das Schlachtfest ist ein mit der Gastronomie stark verwurzelter und authentischer Brauch, der sich auch heute noch wachsender Beliebtheit in Asturien erfreut. Vom Schwein wird fast alles verwertet und auf vielfältige Art verarbeitet. Diese Vielfalt spiegelt sich auch auf der Wurstlandkarte Asturiens wider: im Westen Asturiens sind typische Würste Chosco (in Tineo)Butiello und Androya und im Zentrum Chorizo, Morcilla, Moscancia und Sabadiego (letztere in Noreña). Ebenfalls sehr typisch für diesen Landstrich sind die Blutwürste Fariñón de Carreño mit orientalischen Geschmacksnoten,  Emberzau und Pantrucu.

Auf traditionelle Art wird auch der Honig, überwiegend aus Heidekraut- oder Kastanienblüten, hergestellt, denn Landstriche wie Boal, Aller und Peñamellera sind ein wahres Paradies für Bienen und die Bestäubung.

Eine Frage gastronomischer Persönlichkeit
Gefüllte Zwiebeln
Löffelgerichte

Aufgrund der Reichhaltigkeit des Gemüselands sind die Löffelgerichte, ideal im Herbst und Winter, außerordentlich schmackhaft und abwechlungsreich: die verschiedenen Varianten der Fabada oder des Bohnen-Kohleintopfs eröffnen eine Welt kulinarischer Möglichkeiten, in der auch die gefüllten Zwiebeln oder Paprikaschoten und andere Gerichte Platz haben, bei denen die Gabel hinzugenommen wird, aber immer die exzellente Gemüsequalität im Mittelpunkt steht.

Reh
Wild und Brunft

Im Herbst ist Wildsaison und Brunftzeit - das lautstarke Schauspiel in der Paarungszeit des Rotwilds - und mit ihr kommen Wildschwein, Reh und natürlich Hirsch auf den Tisch, aber es ist auch Saison für Niederwild und Hasen, Gämsen und köstliche und begehrte Vögel wie die Waldschnepfe werden schmackhaft zubereitet. Der Herbst in Asturien ist auch Saison für gastronomische Tage, bei denen oftmals Wildgerichte im Mittelpunkt stehen, denn an den Kochherden stehen wahre Meister der Zubereitung dieser deliziösen Köstlichkeiten.

Pilze
Pilze, Seespinnenpanzer, Seeigel und Spelz

Fast zweitausend Pilzarten - viele von ihnen essbar- machen Asturien zu einem einzigartigen Raum für Pilze mit unzähligen Rezepten und Gerichten, die zudem sehr gut mit anderen Gerichten kombinierbar sind. Eine asturische Besonderheit ist die Verwendung des Panzers der Seespinne aus dem Kantabrischen Meer als Schale zur Zubereitung einer Mischung aus Cabrales-Käse und Apfelwein zu einer einzigartigen Creme. Köstlich sind auch die Seeigel, die roh, kurz abgekocht oder auch nach einer kurzen Erhitzung in der Mikrowelle verzehrt werden. Eine weitere Besonderheit ist eine Zerealie wie Spelz bzw. Dinkel, die von alters her in Asturien zur Herstellung eines sehr leckeren und ökologischen Brots verwendet wird, das ausgezeichnet zu verschiedenen Erzeugnissen und Gerichten passt.

Cachopo
Cordon bleu, eine Spezialität der asturischen Küche

Das Cordon bleu - auf asturisch "Cachopo" - ist in Asturien ein sehr typisches Gericht, das aus zwei großen übereinandergelegten mit Schinken und Käse gefüllten Kalbsschnitzeln besteht. Diese werden mit Paniermehl und Ei paniert, in Olivenöl ausgebacken und mit Kartoffeln, Paprika oder Champignons und gelegentlich auch mit darüber ausgelassenem Käse serviert. Nach dem Vorbild des Originals entstanden zahlreiche Variationen aus Fisch, Hähnchen- oder Schweinefleisch mit Meeresfrüchten, Cecina, Pilzen, Käse, Spargel, usw. gefüllt.