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Das Exconxuraos-Fest
Llanera (Center of Asturias) (Recinto Ferial de Llanera)
Typ
Touristisch wertvolle Feste im Fürstentum Asturien
Tage
Juli
Oder klangvolle mittelalterliche Heldentaten

Die „Exconxuraos" von Llanera erinnern an eine historische Begebenheit, die sich vor langer Zeit in der Gemeinde zutrug. Vor gut einem Jahrzehnt nahmen die Bewohner dieser im Zentrum Asturiens gelegenen Ortschaft dies zum Anlass für ein Fest.


Um 1408 - das genau Datum lässt sich nicht rekonstruieren - rebellierten die Bewohner der Gemeinde Llanera, die unter der Herrschaft des Bistums Oviedo stand, da sie die „Benachteiligungen und Unsinnigkeiten seitens einiger Beauftragter" des damaligen Bischofs Don Guillén leid waren. Infolgedessen wurden ihnen schwere kanonische Strafen auferlegt, wie sie in solchen Fällen typisch waren: Exkommunikation und Kirchenbann für alle Einwohner und das gesamte Territorium der rebellischen Gemeinde. Die Bewohner schenkten diesem Zwang keine Beachtung und blieben vier Jahre lang widerspenstig. Die Glocken schwiegen,  die Kirchen der Gemeinde blieben vier Jahre lang geschlossen und die Geistlichen hielten weder sonntags eine Messe ab noch dienten sie ihren Gemeindemitgliedern als Seelsorger. Die Einwohner Llaneras hatten kein Recht auf die Letzte Ölung oder auf ein kirchliches Begräbnis.


Am 17. Februar 1412 starb Don Guillén in Oviedo. Im Juni desselben Jahres wurde der aus León stammende Diego Ramírez de Guzmán zum neuen Bischof von Oviedo ernannt. Am 26. Juni beschlossen der Dekan und das Domkapitel von Oviedo, drei Männer mit Vollmachten auszustatten: Alvar Fernández, den Erzdiakon von Tineo, Alvar Pérez, den Kantor, und Alvar Fernández, den Domherren. Sie sollten mit dem Einverständnis des neuen Bischofs Maßnahmen ergreifen, um die bestehenden Spannungen zwischen Bischof, Dekan und Domkapitel einerseits und allen Einwohnern der Gemeinde Llanera andererseits zu beenden. Zwei Tage später, am 27. Juli versammelten sich in Anwesenheit mehrerer Notare und Vertreter des ansässigen Adels auf Einberufung des Bürgermeisters in Posada, dem geografischen Zentrum der Gemeinde, alle Männer Llaneras, um in den Schoß der Kirche und des Bischofs Don Diego zurückzukehren. Die Gemeinde bestimmte ihren Vertreter Juan Fernández dazu, vor den anwesenden Delegierten der Obrigkeit den Beschluss im Namen aller zu bekräftigen und zu versprechen, nicht wieder gegen ihre Herren zu rebellieren. Nachdem der Gemeindevertreter dies getan hatte, bat die Gemeindeversammlung den anwesenden bischöflichen Delegierten, sie vom Urteil der Exkommunikation, das auf dem gesamten Gebiet lastete, freizusprechen und ihnen alle Strafen zu erlassen.


In Antwort auf dieses Ersuchen zeigten der bischöfliche Vertreter und die Vertreter des Dekans und des Domkapitels den Rebellen gegenüber eine großzügig versöhnliche Haltung, die ihren Ausdruck in einer dreifachen Willenserklärung fand ... die Strafen sollten aufgehoben werden und zum Zeichen der Reue sollten die Bewohner der Gemeinde aus ihrem Kreis 30 gute Männer, 20 Edelmänner und zehn gewöhnliche Männer auswählen. Diese sollten an einem Feiertag zur Kirche San Salvador in Oviedo kommen und dort barfuß, in Säcke gehüllt, ohne Kopfbedeckung und mit Kerzen in den Händen an einer Prozession teilnehmen. Der bischöfliche Vertreter verpflichtete sich feierlich, die Bewohner und die Gemeinde von der Exkommunikation zu befreien, sobald diese öffentliche Erniedrigung stattgefunden habe.


Es findet am ersten Juliwochenende statt und ist heute das Ortsfest von Llanero, bei dem die Bewohner ihre Verbundenheit hochleben lassen wie einst ihre Vorfahren.

Veranstaltungsort ist der Festplatz von Llanera, auf dem verschiedene Aktivitäten und Spektakel Besucher ein Wochenende lang in das Mittelalter zurückversetzen. Verschiedene Bänder, Fahnen, Wappen, Krieger, Gaukler, Ritter, Musiker usw. verleihen diesem mittelalterlichen Treiben seinen Charakter; das Fest ist inzwischen nicht nur regional, sondern spanienweit bekannt.
 

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Das Exconxuraos-Fest
GPS:43.431030, -5.864830
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