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Die asturische Kultur


Die lange und stürmische Geschichte Asturiens gilt als Anhaltspunkt, um die heterogene Kultur des Fürstentums zu verstehen. Vor 200 Millionen Jahren war dieses Land von kolossalen Dinosauriern bewohnt, die ihre Spuren an der gesamten Küste hinterlassen haben. Die ersten Einwohner suchten in den Höhlen Schutz. Die Höhlenmalereien bezeugen, dass 22.000 Jahre vor unserem Zeitalter schon Interesse für die Kunst bestand. Die Castro-Kultur hat sich mit ihren runden Bauten verewigt und lässt sich noch heute in den Castros, den befestigten Siedlungen des Westens wie San Chuis (Allande) oder Coaña erforschen.
Castro von Coaña
Nicht zu verpassen ...
  • Die präromanische asturische Kunst: Santa María del Naranco, San Miguel de Lillo ...
  • Höhlenmalerei: Tito Bustillo und das Zentrum für Höhlenmalerei (Ribadesella), La Peña (Candamo) und der Prähistorischer Park Teverga.
  • Das Museum der Schönen Künste Asturien (Oviedo).
  • Das Völkerkundemuseum Asturien (Gijón/Xixón).
  • Castros de Navia: die Castro-Kultur.
  • Die Preise „Princesa de Asturias".
Das Königreich Asturien entstand während der Reconquista und entwickelte sich zum Brennpunkt eines neuen Europas. Das Interesse der asturischen Monarchie für das künstlerische Talent ergab einen einzigartigen Baustil: die präromanische asturische Kunst, die von Oviedo bis nach Villaviciosa, in Lena, Pravia, Colunga, Santo Adriano und weiteren Orten zu sehen ist. Kirchen, Paläste und Kloster bilden das gotische und barocke Kulturerbe, dessen Juwel die Kathedrale von Oviedo ist. Die industrielle Revolution veränderte erneut die Landschaft und hinterließ neue Bauten, die im 21. Jh. mit Werken wie das Niemeyer-Zentrum in der Flussmündung bei Avilés umgestaltet wurden.

Santa Cristina de Lena
Jakobsweg

Um die asturische Kultur zu verstehen muss man sich auf eine Zeitreise in die letzten Jahrhunderte begeben

Diese Reise lässt sich optimal über das Weltkulturerbe der UNESCO antreten: die Höhlenmalerei, die präromanische asturische Kunst und die nördlichen Jakobswege. Das Fürstentum ist von Grotten und Höhlen übersät, deren Wände mit prähistorischer Kunst geschmückt sind. Fünf davon gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe: Tito Bustillo (Ribadesella), Covaciella (Cabrales), Llonín (Peñamellera Alta), El Pindal (Ribadedeva) und La Peña (Candamo). Dasselbe gilt auch für die majestätische, präromanische Kunst; dieser Baustil ist vor allem in Oviedo und Lena anzutreffen. Der Küstenweg und der Camino Primitivo nach Santiago de Compostela wurden zuletzt in den erlesenen Club der UNESCO aufgenommen. Auf diesen Wegen stehen dem Jakobspilger zahlreiche Optionen zur Verfügung, und am Wegrand erwarten ihn zahllose Schätze des Kulturerbes wie San Salvador de Priesca (Villaviciosa), Santa María de Soto de Luiña (Cudillero) und das Kloster San Salvador de Cornellana (Salas).

Zeitreise in einer Höhle

Circa 22.000 bis 10.000 Jahre vor unserem Zeitalter waren die Höhlen des Massivs von Ardines von Menschen bewohnt, die ihren Lebensstil auf den Wänden darstellten. Die Höhle von Tito Bustillo (Ribadesella) ist von März bis Oktober für das Publikum geöffnet; hier lassen sich einige der besterhaltenen Höhlenmalereien bewundern. Die Besichtigungen erfolgen in Gruppen von 15 Personen und müssen im Voraus reserviert werden. Die 700 m lange Galerie ist mit elf verschiedenen Malereien geschmückt, auf denen vor allem Pferde und Rentiere zu erkennen sind. Die Eintrittskarte gilt auch für das Zentrum für Höhlenmalerei Tito Bustillo, das den Besuchern eine moderne Annäherung an diese prähistorische Kunst bietet.
Mühlenmuseum

Das Wesen dieser reichen Kultur lässt sich nur verstehen, wenn man es ethnografisch erkundet.

Jene Reisende mit Interesse an Religion werden sich in Oviedo von der gotischen Kathedrale San Salvador bezaubern lassen, in der der Heilige Schrein, das Siegeskreuz und das Engelskreuz verwahrt werden (die Legende besagt, das Letzteres von pilgernden Goldschmieden für Alfons II. gefertigt wurde). Weitere religiöse Sehenswürdigkeiten sind die Höhle und Basilika von Covadonga, einer malerischen Gebirgslandschaft, in der die Jungfrau dem Don Pelayo erschien und ihm Mut einflößte, um die Reconquista einzuleiten.
San Salvador-Kathedrale
Die Liste der Sehenswürdigkeiten ist endlos, angefangen mit beeindruckenden Klostern wie Corias, San Salvador de Cornellana oder Santa María de Villanueva de Oscos, dem Riera-Theater in Villaviciosa oder Schlössern wie La Quinta de Selgas in El Pito (Cudillero), das auch als „kleines asturisches Versailles" bekannt ist.

Weihestätte von Covadonga

Ein hypnotisierendes Kunstmuseum

Das Museum der Schönen Künste Asturien besitzt die größte Kunstsammlung des Fürstentums mit über 15.000 Werken aus dem 14. Jh. bis zur Gegenwart. Gemälde, Skulpturen, Gravuren und Fotografien; Werke von Dalí bis zu Goya, El Greco, Murillo, Tàpies oder Barceló sind in dieser Kollektion zu sehen, die dank Neuanschaffungen, deponierten Beständen und Schenkungen unaufhörlich wächst. Auch das Gebäude, das das Museum beherbergt, ist von großem künstlerischem Wert. Es besteht aus drei Bauten: dem Velarde-Palast (18. Jh.), dem Haus Casa de Oviedo-Portal (17. Jh.) und dem 2015 eingeweihten und preisgekrönten Anbau des Architekten Patxi Mangado.

Museum der Schönen Künste
Die Museen und ethnografischen Einrichtungen sind der Musik, dem Bildungssystem und der Wirtschaft einer Gesellschaft gewidmet, die sich dem Lauf der Zeit angepasst hat, ohne sich dabei entwurzeln zu lassen. Das Asturische Museum für Völkerkunde in Gijón/Xixón, das Ethnografische Museum in Grandas de Salime, das Ethnografische Ensemble Os Teixois in Taramundi, das Ethnografische Museum Ost-Asturiens in Porrúa-Llanes, das Asturische Meeresmuseum in Gozón, das edle Gebäude „Quinta Guadalupe", in dem sich das Archiv der Indianos und das Auswanderungsmuseum befinden sowie die Schule in Cabranes sind nur einige Beispiele.
Völkerkundemuseum Asturien
Der Kulturkalender des Fürstentums ist genauso abwechslungsreich wie sein Kulturerbe. Die Opernsaison des Campoamor-Theaters in Oviedo (September bis Anfang des darauffolgenden Jahres) ist äußerst beliebt; auf dem Programm stehen Erstaufführungen und weltbekannte Werke. Auch im Theater-Palast Valdés (Avilés) kann man landesweiten Uraufführungen beiwohnen, die großes Interesse unter Theaterfreunden erwecken. Das Kulturprogramm der Stadt wird mit dem Niemeyer-Zentrum ergänzt. In Gijón findet jährlich das internationale Filmfestival statt. Das Jovellanos-Theater, das Theater der Laboral Kulturstadt und das Zentrum für Industrielle Kunst und Kreation runden das Kulturangebot ab.

Prähistorischer Park Teverga
Zudem besitzt Asturien zahlreiche und vielseitige Museen. Im Herzen von Oviedo befindet sich das Museum der Schönen Künste mit seinem modernen und preisgekrönten Anbau. Ganz in der Nähe liegt das Archäologische Museum, das die Vorgeschichte und Geschichte Asturiens in Erinnerung ruft sowie das Historische Archiv (im ehemaligen Stadtgefängnis), wo man in die Vergangenheit eintauchen kann. Ein weiteres Prachtstück ist das Jura-Museum Asturien (MUJA), dessen interessantes Gebäude in Form einer Dinosaurierspur auf einem Küstenvorsprung errichtet wurde. Auch darf ein Besuch im Präromanischen Zentrum in der ehemaligen Naranco-Schule nicht ausbleiben (auf Reservierung). Der Prähistorische Park Teverga ist ein originelles Projekt, das eine Sammlung zahlreicher Abdrücke der Höhlenmalereien verwahrt.
Prähistorischer Park Tevergaa
Jura-Museum Asturien

Ein einmaliger Architekturstil in Europa

Zwölf Kirchen und drei zivile Gebäude aus dem Hochmittelalter (9. und 10. Jh.) bilden das vollständigste und besterhaltene architektonische Ensemble Westeuropas, das zudem kostbare Goldschmiedearbeiten verwahrt. Ihre künstlerische und historische Einzigartigkeit wurde 1985 von der UNESCO anerkannt. Darunter zählen San Julián de los Prados, San Miguel de Lillo, Santa María del Naranco, die Heilige Kammer von Oviedo, der Brunnen La Foncalada und Santa Cristina de Lena.

San Miguel de Lillo