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Das Carmín-Fest
Siero (Zentrum) (Pola de Siero)
Typ
Veranstaltungen von touristischem Interesse
Tage
Erster Montag nach dem 16. Juli
Fiesta del Carmín en Pola de Siero: la romería de Asturias
Über den Carmín zu reden, ist, wie über etwas sehr Bekanntes und Traditionelles zu reden: alles ist bereits von irgendeinem Forscher gesagt oder aufgeschrieben worden, doch lässt sich auch immer etwas Neues sagen. Dieses Fest entstand 1695. Andrés Quintanal und seine Frau María García, zwei Einwohner von Pola de Siero, die Unsere Liebe Frau auf dem Berge Karmel verehrten, übernahmen damals die Kosten für den Bau einer Kapelle, die dieser Gottesmutter geweiht wurde. In diesem Zusammenhang entstand auch eine entsprechende Laienbruderschaft. Die Chronik berichtet, dass die Kapelle 12 000 Reales kostete und am 17. Juli desselben Jahres eingeweiht wurde, d.h. am Tag nach dem Gedenktag der Patronin. Damals wurde vorgeschlagen, das Fest im Jahr 1696 zu feiern. Die Kapelle befand sich zwischen den Kastanien, die auf der heutigen Plaza de Les Campes standen, direkt am Weg, den die Pilger Richtung Santiago de Compostela nahmen. Zahlreiche Laienbrüder aus der gesamten Provinz feierten am auf den 16. Juli folgenden Sonntag (falls das Fest nicht auf einen Sonntag fiel) ihre Patronin mit einer Prozession. Dabei wurde bis ins erste Jahrzehnt dieses Jahrhunderts der Tanz der „Danzantes" aufgeführt und zahlreiche „Ramos" ausgestellt - eine Tradition, die 1879 verloren ging. Doch der Andrang der Laienbrüder am Sonntag war so gewaltig, dass es nötig wurde, am Dienstag, dem Markttag von Pola de Siero, einen zweiten Festtag zu veranstalten, damit auch die Bewohner der Gemeinde ihre Patronin feiern konnten. Diese pflegten am Markttag früh aufzustehen und brachten ihre Brotzeit mit - hauptsächlich mit Aal gefüllte Pasteten und andere hausgemachte Gerichte, die sie nach Abschluss der religiösen Zeremonien und der anschließenden Tänze unter den Kastanien verzehrten. Es braucht wohl nicht erwähnt zu werden, dass, waren die Mägen gefüllt, die Gesänge und Tänze andauerten und ihren Höhepunkt bei Anbruch der Dunkelheit in der Danza Prima fanden, deren Refrain „Viva la Virgen del Carmen" die Patronin hochleben ließ. Im Laufe der Zeit verlor die Wallfahrt am Sonntag immer mehr an Bedeutung, während sich die am Dienstag zunehmender Beliebtheit erfreute. So entstand der heutige Carmín, wobei sich der religiöse Gehalt des ursprünglichen Festes auf den Sonntag konzentrierte, an dem eine feierliche Messe und eine Prozession zu Ehren der Patronin abgehalten werden. Die profane Komponente aber verlieh dem Wandel kollektiver Mentalitäten eine neue Dynamik. Obwohl die Ursprünge des Festes aus dem 17. Jh. weit zurückliegen, ist die Carmín-Wallfahrt eigentlich immer noch so wie jene am Dienstag, sieht man einmal von den logischen Veränderungen ab, die der Lauf der Zeiten mit sich brachte. Eine dieser Veränderungen war die Verlegung des Festtags vom auf den 16. Juli folgenden Dienstag auf den Montag. Hauptgrund für diesen Wechsel war die Zerstörung der Kapelle während der französischen Invasion 1815, so wie es Diego Fernández Linares, der Pfarrer von Pola de Siero, in einem Kirchenbuch festgehalten hat. Ebenfalls ist belegt, dass die Glocke der Kapelle verwendet wurde, um eine neue Glocke für die Pfarrkirche zu gießen, da die alte zerbrochen war.

Diese kurze historische Zusammenfassung belegt die große Tradition eines Festes, das als eine der großen Wallfahrten Asturiens gilt und im asturianischen Sommer voll und ganz für gute Stimmung sorgt - und zwar sowohl am Festtag selbst als auch in den Tagen zuvor, an denen zahlreiche spielerische und kulturelle Aktivitäten veranstaltet werden. Dieses Jahr findet das große Fest am 17. und 18. Juli statt.
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• Das Carmín-Fest
GPS:43.390895, -5.662186
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