Kirche San Salvador de Priesca
- Ort Villaviciosa Ost-Asturien
- Adresse Adresse: ■ 33316 - Priesca
- Telefon Telefon: 985 996 067
- Fahrpläne und Tarife: Aufruf
Als San Salvador de Priesca im Jahr 1913 den Titel „Nationaldenkmal“ verliehen wurde, bezeichneten Historiker die Kirche mit Begriffen, die heute eher veraltet sind, wie „hispano-christlich“ oder „lateinisch-byzantinisch“. Erst nach und nach setzte sich der Begriff„vorromanische Kunst“ durch, um Werke zu bezeichnen, die weder der klassischen Antike noch der vollendeten Romanik zuzuordnen waren. Es handelt sich um Werke von sehr guter Ausführung, reich an Symbolik und mit einem ausgeprägten Sinn für Raumgestaltung, wie beispielsweise die Kirche San Salvador de Priesca in der Gemeinde Villaviciosa.
Lage und historischer Kontext
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts schrieb die „Denkmalkommission von Oviedo“ über diese Kirche, dass „die Geschichte jahrhundertelang nichts über sie verriet“, da sie in Testamenten, Dokumenten oder Chroniken jener Zeit nicht auftauchte (tatsächlich wurde sie bereits im „Testamentum“ von Ordoño II. erwähnt). Damals wusste man nur mit Sicherheit, dass sie von einem Priester namens Juan entworfen und im Jahr 921 geweiht worden war, wie es in der Inschrift auf einem Grabstein vermerkt war. Dieses Datum reichte aus, um eine entscheidende Schlussfolgerung zu ziehen: Die Kirche stammte aus der Zeit der Verlegung des Hofes des Königreichs Asturien nach León nach dem Tod von Alfons III. dem Großen. Die Kirche befindet sich im Weiler Priesca, nur wenige Kilometer von der Stadt Villaviciosa entfernt, und ist somit ein lebendiges Zeugnis der letzten Bauphase der asturischen Monarchie.
Heute wie damals ist sie ein obligatorischer Zwischenstopp auf dem Küstenweg nach Santiago (Camino del Norte). Der asturische Jakobsweg, der 2015 zum Weltkulturerbe erklärt wurde, verdankt seine Anerkennung Kirchen wie dieser, die als spirituelle Zentren einer ganzen Region fungierten und den Pilgern über Jahrhunderte hinweg Rast und Zuflucht boten.
Architektur und bauliche Merkmale
Experten zufolge orientierte sich der Bau an den großen Bauwerken aus der Zeit Alfons II. und interpretierte diese mit einer schlichten, an die ländliche Umgebung angepassten architektonischen Sprache neu. Das Gleiche gilt für andere zeitgenössische Landkirchen wie Santiago de Gobiendes oder San Adriano de Tuñón. Jüngste Studien vertreten jedoch auch die Ansicht, dass der Entwurf von San Salvador de Priesca auf komplexen mathematischen Konzepten beruht, die aus klassischen Traditionen stammen, wie sie beispielsweise von Vitruv beschrieben wurden. Konzepte, die sogar denen in Bauten früherer Epochen überlegen sind, was manche dazu veranlasst, den angeblichen „Verfall“ der späten vorromanischen Architektur zurückzuweisen.
Die Kirche hat einen basilikalen Grundriss. Rundbögen trennen das Mittelschiff von den beiden Seitenschiffen. Die drei Schiffe münden jeweils in ihre entsprechenden Apsiden. Die Hauptapsis beherbergt einen geschlossenen und „geheimnisvollen“ Raum, der von außen nur durch ein Sprossenfenster zugänglich ist. Es handelt sich um ein charakteristisches Merkmal der asturischen vorromanischen Architektur, dessen Zweck noch unbekannt ist; es könnte jedoch als Reliquiar, Schatzkammer oder zur Erfüllung struktureller und symbolischer Funktionen gedient haben. Dieses Detail verbindet diese Kirche mit anderen Gotteshäusern ihrer Zeit wie San Miguel de Lillo oder San Salvador de Valdediós. Die ornamentale Pracht des letzteren findet sich auch in den Kapitellen der Hauptkapelle von Priesca wieder, mit jener rauen, aber eindrucksvollen Pflanzenverzierung: spitze, speerartige Akanthusblätter und Adern, die Fischgräten ähneln.
Kultureller Wert, Umgebung und Besichtigung
Die drei Kapellen sind intime Räume, die durch ihre Schlichtheit eine majestätische Ausstrahlung besitzen und in denen der Klerus dank Gitter oder prächtiger Steingitter – eines dieser Gitter ist im Archäologischen Museum von Asturien zu sehen – Abstand zu den Gläubigen hielt. Von den Wandmalereien sind nach dem Brand im Jahr 1936 nur noch verblasste und verstreute Reste erhalten. Im Mittelschiff befindet sich ein langgestreckter Sockel, auf dem ein Palast mit seinem perspektivisch dargestellten Innenhof abgebildet ist. Im Seitenschiff wurde ein weiterer Palastinnenhof gemalt. An einer anderen Stelle ist eine grob dargestellte männliche Figur zu sehen. Die übrigen Malereien bestehen aus geometrischen Motiven, ähnlich denen, die in San Julián de los Prados erhalten sind.
Die Kirche San Salvador de Priesca ist einer jener Orte, die außerhalb der Zeit zu stehen scheinen. Sie befindet sich in einer sehr ruhigen Ecke im Osten Asturiens, die von denjenigen, die auf der Suche nach dem Grab des Apostels Jakobus wandern, niemals übersehen wird. Ein Ort von kulturellem und spirituellem Interesse, der uns mit seiner stillen Erhabenheit daran erinnert, dass die Vergangenheit nie so weit entfernt ist, wie es scheint.
Fahrpläne und Tarife
- Juli und August
Dienstag, Donnerstag und Samstag: 11:00 bis 13:00 Uhr - Rest des Jahres: Besichtigungstermin bitte unter der Nummer 985 996 067 vereinbaren
- Kostenlos
Ankunft
Vorname: Kirche San Salvador de Priesca
GPS: 43.484586,-5.360632
Adresse: ■ 33316 - Priesca